Tipps zur DSGVO für kleine Websites – Aus der Praxis eines Webentwicklers

Ein Gastbeitrag von Joerg Niemann – freiberuflicher Webentwickler

Als erfahrener Webentwickler der, häufig auch langfristig, Kunden bei ihren Webaktivitäten betreut, ist das Thema der am 25. Mai in Kraft tretenden EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) ein ganz besonderes. Noch nie habe ich so viele unterschiedliche Interpretationen bezüglich gesetzlicher Vorgaben für Internetseiten von Kunden und Kollegen erfahren. Es gibt unterschiedlichen Tipps zur Vorgehensweise im Netz und auch bei den Rechtsexperten gibt es differierende Auslegungen der Verordnung. Der beste Schutz vor einer Abmahnung ist es, sich jeweils für die sichersten, wenn auch nicht unbedingt notwendigen Maßnahmen, zu entscheiden. Ich möchte hier nicht näher auf die Details der DSGVO eingehen, die man an anderer Stelle nachlesen kann (z.B. bei e-recht24.de). Vielmehr werde ich die notwendigen Schritte beschreiben, mit denen man als Websitebetreiber das Notwendige getan hat, um der DSGVO zu entsprechen. Für Websites von Selbständigen, Freiberuflern, kleinen und mittleren Unternehmen, ist der Aufwand zwar größer als das bisher geforderte Impressum und der Cooke-Hinweis, aber es handelt sich auch nicht um unüberwindbare Hürden.

Impressum und Datenschutzerklärung

Ein Impressum und eine separate Datenschutzseite sind für jede Website Pflicht. Beide Seiten sollen schnell auffindbar sein.

Bei der Erstellung der Datenschutzerklärung helfen Online-Generatoren beispielsweise der von e-recht24.de. Die Bedienung des e-recht24.de Generators ist einfach und die Erklärungen verständlich. Das Ergebnis ähnelt inhaltlich sehr einer mir vorliegenden Datenschutzerklärung eines Rechtsanwalts. Wobei die von e-recht24 generiert Datenschutzerklärung viel kürzer und verständlicher ist. Für bestimmte Punkte wie ‚Google Web Fonts‘ und ‚Google Maps‘ ist es notwendig einen Premium Account zu haben. Der Punkt ‚Google ReCaptcha‘ wird vom e-recht24.de Generator leider nicht berücksichtigt. Wenn Sie diese Google Services auf ihrer Website verwenden, müssen Sie einen entsprechenden Absatz für den jeweiligen Dienst in ihre Datenschutzverordnung aufnehmen. Sie können dafür alternativ einen anderen Online Generator verwenden oder mich dafür ansprechen, ich helfe Ihnen gerne weiter.

Kontaktformular

Damit man personenbezogene Daten erheben und speichern darf muss der Nutzer dazu explizit seine Einwilligung erteilen. Die sicherste Methode dafür ist es unterhalb des Kontaktformulars eine Checkbox zur Einholung der Zustimmung des Nutzers einzubauen und im Text einem Link zum Absatz bezüglich des Kontaktformulars in der Datenschutzerklärung zu setzen. Bei der Umsetzung dieses Punktes kann es, je nach dem verwendeten Plugin oder Theme, technisches Know How erfordern.

SSL Verschlüsselung

Die DSGVO schreibt SSL-Verschlüsselung zwar nicht explizit vor, fordert aber eine sichere Datenübertragung von personenbezogenen Daten. Da die meisten Websites mindestens ein Kontaktformulare verwenden und der Einsatz von SSL auch bei Google einen kleinen Pluspunkt beim SEO Rennen gibt, ist es ratsam die SSL-Verschlüsselung zu aktivieren und eine Umleitung des Protokolls von http auf https einzurichten. In fast allen Webhoster Tarifen ist heute mindestens ein freies SSL-Zertifikat enthalten. Aber auch bei den kostenpflichtigen Zertifikaten hält sich der Preis mit ein paar Euro pro Monat im Rahmen. Falls Sie damit Hilfe benötigen wenden Sie sich gerne an mich.

Cookiehinweis

Auf vielen Websites gibt es schon heute auf Grund des Telemediengesetzes den Hinweis auf die Verwendung von Cookies. Einige Rechtsexperten sind der Auffassung, dass es laut DSGVO nicht notwendig ist diesen Hinweis auf der Website zu haben. Die sicherste Methode ist es diesen Hinweis beizubehalten bzw. einzubauen wo notwendig.

Fazit

Bei Websites von Selbständigen, Freiberuflern, kleinen und mittleren Unternehmen hält sich der für die DSGVO Aufwand in Grenzen. Als Websitebetreiber kommt man aber um die DSGVO nicht herum und die Bußgelder für Verstöße können sehr hoch sein. Falls Sie sich also noch nicht damit beschäftigt haben, kümmern Sie sich!

Natürlich hat die DSGVO bei z.B. Webshops und Unternehmen noch viel weitreichendere Folgen als in diesem Beitrag behandelt.

Sollten Sie Hilfe bei der Umsetzung der DSGVO benötigen oder bei anderen Themen rund um ihre Website, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung zu meiner Homepage geht es hier:

Joerg Niemann – Webentwicklung & SEO

 

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